Zum Equal Pay Day 2026 wieder Aktionen in ganz Deutschland auch in Niebüll
Im Fokus 2026 die Klischeefreie Berufswahl und weiterhin tradierte Rollenbilder - Kooperation der Gleichstellungsbeauftragten des Amtes Südtondern, des Amtes Mittleres Nordfriesland, der Gemeinde Sylt und des SOVD Nordfriesland
Lohngerechtigkeit weiter ein Thema – dieses Jahr ist der Equal Pay Day am 27.Februar 2026 und steht unter dem Motto:
Equal pay every day
In diesem Jahr ist der Equal Pay Day am 27. Februar und macht wieder auf die Lohnlücke – den Gender Pay Gap - aufmerksam, der immer noch bei 16 Prozent liegt.
Es ist ein symbolisches Datum, an dem aufgezeigt wird, bis zu welchem Datum eines jeden Jahres Frauen im Vergleich zu Männern rechnerisch unbezahlt arbeiten - ein deutliches Zeichen dafür, dass die Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern auch 2026 noch Bestand hat.
In diesem Jahr richtet sich der Fokus der jährlichen Kampagne auf die bestehende Lohnlücke in ihrer Historie und im Hinblick auf Rollenbilder – Rollenzuschreibungen.
Eine Problematik der ungleichen Bezahlung liegt häufig in der Berufsbiografie und nach wie vor im unterschiedlichen Rollenklischee von Frauen und Männern, das bereits in frühester Jugend geprägt wird und sich auf die spätere Berufswahl, Arbeitszeitmodelle auswirkt und tradierte Rollenbilder übernimmt.
„Wir wissen heute eigentlich, dass das nicht stimmt: Sorgen wird gelernt und ist keine Frage des Geschlechts. In Verbindung mit strukturellen Problemen wie dem Gender Pay Gap und fehlender Vaterfreistellung nach der Geburt werden Frauen in diese Rolle noch mehr hineingedrängt.“
Susanne Mierau
Die entstandene Lohnlücke wird bei den Frauen nach der oft noch klischeehaften, geschlechtsspezifischen Berufswahl durch Familiengründung, Kinderbetreuung und Care Arbeit weiter verschärft, so dass gerade Teilzeitarbeitsverhältnisse und niedrigere Entlohnung später häufig in die Altersarmut führen.
Immer noch ist die Arbeitswelt von Stereotypen geprägt, die eine Wirkung auf Bezahlung haben. Der Blick auf eine klischeefreie Rollenverteilung und Berufswahl ist deshalb umso wichtiger. Rollenbilder wirken sich auf den Alltag aus und zeigen immer noch, was typisch weiblich oder typisch männlich ist. Von Alltagssituationen bis zur Emotionalität.
Equal pay wirkt in alle Lebensbereiche. Eigenständigkeit im Beruf, die mit finanzieller Selbstständigkeit einhergeht, bedeutet wirtschaftliche Unabhängigkeit und beinhaltet auch einen Schutzmechanismus gegenüber Gewalt, da klare Abgrenzung und Unabhängigkeit ermöglicht wird.
Gleichstellung in allen Lebensbereichen stärkt unsere Demokratie.
Auch in diesem Jahr machen die Gleichstellungsbeauftragten im nördlichen Nordfriesland mit Andrea Dunker (Gemeinde Sylt), Christine Friedrichsen (Amt Mittleres Nordfriesland),
Sylke von Kamlah (Amt Südtondern) gemeinsam mit dem Kreisverband des SOVD Johanna Voigt und Renate Schramm vom Ortsverband Niebüll auf die Lohnlücke aufmerksam und werden mit Infomaterial und Gesprächen am
27. Februar 2026 ab 10:30 Uhr in Niebüll präsent sein.
Gemeinsam stehen Alle für mehr Gleichberechtigung, Transparenz und eine Stärkung der Frauen, um den Gender Pay Gap und die Klischees – Rollenbilder im Fokus zu behalten und abzubauen.
Sichtbares Zeichen ist auch die entsprechende Fahne, die vor dem
Amt Südtondern gehisst wird und auf den Equal Pay Day hinweist.
Das gerade auch sehr intensiv diskutierte Thema der Renten hat ebenso eine direkte Auswirkung auf die Frauen im Hinblick auf ihre Erwerbstätigkeit und die damit generierten Rentenansprüche im Laufe der Jahre.
Interessant bei dieser Betrachtung ist auch ein Blick ins Ausland. In Ländern mit hoher Geschlechterungleichheit auf dem Arbeitsmarkt findet wenig Ausgleich im Rentensystem statt.
In Basis –Rentensystemen wie in Dänemark und Schweden werden Folgen instabiler Erwerbsbiografien abgemildert.
In beitragsbasierten Systemen wie Deutschland oder Italien spiegeln Renten fast eins zu eins die Ungleichheiten im Erwerbsleben wider.
Fazit:
Je stärker die Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt, desto größer auch die Rentenlücke und Gefahr von Altersarmut von Frauen. Deshalb darf der Equal pay day nicht nur den Blick auf das Erwerbsleben richten, sondern muss auch die Folgen für die Rente und die Absicherung im Alter im Fokus behalten.
Die vielfältigen Lebensrealitäten von Frauen zu erkennen, sie aufzuzeigen und für gleiche Chancen auf dem Arbeitsmarkt und bei der Bezahlung einzutreten, haben sich die Akteurinnen des gemeinsamen Aktionstages in Niebüll am 27. Februar zum Ziel gesetzt.
Wir laden Sie ein: treffen Sie uns am Freitag, 27.2 2026 in Niebüll
Am Amt Südtondern, am Amt Mittleres Nordfriesland, Rathaus Sylt wehen auch zum Equal pay day die Fahnen.