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Gelebte Nachhaltigkeit auf den Grünflächen des Amtes Südtondern

Blühwieseninseln und E-Ladesäulen als weitere umweltfreundliche Maßnahmen der öffentlichen Verwaltung

Beim Thema Nachhaltigkeit und Umsetzung der sogenannten SDG (Sustainable Development Goals – Nachhaltigkeitsziele der vereinten Nationen) ziehen in Südtondern Verwaltung und Politik an einem Strang und setzen neue Projekte um.
Nach Abschluss der Umbaumaßnahmen am Amt Südtondern in der Marktstraße stellte sich daher für die Verantwortlichen die Frage, wie die Gestaltung des Außengeländes unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes aussehen soll. Schnell war man sich einig, so Amtsdirektor Dr. Sappert in seiner Erklärung – in Abstimmung mit Amtsvorsteher Ingo Böhm –, sich für eine andere als die bisherige Form der Grünflächengestaltung zu entscheiden und die Natur in den Mittelpunkt zu stellen.
Das zur Verfügung stehende Areal wurde in neun Teilflächen separiert, die im Rahmen einer Begehung vor Ort mit Norma Kujath vom „Deutschen Verband für Landschaftspflege“ (DVL) begutachtet und untersucht wurden. Dabei wurde festgestellt, dass das Gelände gut für die Anlage artenreicher Wiesen geeignet ist.
Deshalb werden die Grünflächen rund um das Amtsgebäude zu sog. Blühwiesen und Blühstreifen umgestaltet, die auch und gerade „mitten“ in Niebülls Innenstadt mit ihrer großen Artenvielfalt als lebenswichtige Refugien und Biotope für eine Vielzahl von Insekten, die dort Nektar im Überfluss finden können, dienen sollen. Insekten sind im Naturkreiskreislauf wiederum eine wichtige Nahrungsgrundlade für Vögel, Kleinsäuger und Reptilien. Dabei wirken Blühwiesen und Blühstreifen wie ein Magnet auf unterschiedliche Insektenarten und auch wir Menschen profitieren durch die bunte Blütenvielfalt, die uns im Laufe des Jahres erfreut und zu einem positiven Lebensgefühl beiträgt, so Amtsdirektor Dr. Sappert in seinen Ausführungen zur Umgestaltung. Ein Nebeneffekt der Blühwiesen ist der Schadstoffabbau durch dort lebende Mikroben, was wiederum unserem Grundwasser zu Gute kommt.
Bei der Anlage „rund um“ das Amt Südtondern jetzt im Spätsommer und Herbst wird Saatgut regional vorkommender Arten bevorzugt, da diese an unser Klima angepasst sind und entsprechend besser gedeihen. Mehrjährige Saatgutmischungen bieten dabei den Vorteil, dass nicht in jedem Jahr die Bodenvorbereitung und Aussaat wiederholt werden müssen. Hier eine exemplarische Aufzählung gern verwendeter Pflanzen, aus denen die unterschiedlichen Saatgutmischungen bestehen :
Alexandriner Klee, Rot- und Gelbklee, Esparsette, Luzerne, Seradella, Phacelia, Zottel- und Sommerwicke, weißer Senf, Kornblume, Dill, Färberkamille, Fenchel, Johanniskraut, Klatschmohn, Kleiner Wiesenknopf, Koriander, Pastinake, Ringelblume, Rote Lichtnelke, Schafgarbe, Spitzwegerich, Wegwarte, Wiesenmargerite, Wiesensalbei, Buchweizen, Kresse, Kulturmalve, Rispenhirse, Sonnenblume.
Diese Blühwiesenmischungen dienen dazu, unsere Landschaft zu bereichern, das Auge zu erfreuen und vor allen Dingen den Artenreichtum an Insekten, Mikroben, Vögeln, Klein- und Kleinstlebewesen zu fördern. Die Kosten für die Beratung und Begleitung des Projektes durch den DVL sowie für Saatgut und Pflanzen werden über das Projekt „Blütenbund-Insektenreich“ im Bundesprogramm Biologische Vielfalt bezahlt. Förderer sind das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Nukleare Sicherheit und das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung in S-H sowie die Landkreise Dithmarschen, NF und RD; die Kosten für die gärtnerischen Arbeiten und die Pflege der Flächen übernimmt das Amt Südtondern, so der Armtsdirektor. So leisten wir gemeinsam einen wertvollen Beitrag zur Biodiversität und zum Natur- und Artenschutz und fördern damit aktive Nachhaltigkeit in der Region, so Dr. Wolfgang Sappert abschließend in seinem Statement.
Als weiteres Projekt, so erklärt Amtsvorsteher Ingo Böhm, sollen im nächsten Frühjahr auch Bienenvölker das Amt bereichern und vielleicht auch Amtshonig produzieren.


Als wichtige Maßnahme zum Klimaschutz werden auf dem Parkplatz des Amtes Südtondern zwei weitere E-Zapfsäulen installiert, die umweltfreundliches „Auftanken“ ermöglichen und somit das Angebot an Ladesäulen im Amtsbereich Südtondern erweitern.
Es wurde in diesem Zusammenhang auch bereits damit begonnen, die „Dienstwagenflotte“ umzurüsten. Der jetzt fertig gestellte Anbau an das Amt Südtondern wurde zukunftsweisend mit Photovoltaik Modulen versehen, um das Laden der Fahrzeuge direkt mit aus vor Ort gewonnener Energie zu ermöglichen. (vke)