Seiteninhalt
18.11.2020

Geflügelpest ("Vogelgrippe") breitet sich aus

Informationen  für Bürger*innen und Halter*innen von Geflügel

17.11.2020  Geflügelpest in Nutztierbestand festgestellt - Pressemitteilung des Kreises Nordfriesland:
"Trotz des landesweiten Aufstallungsgebotes wurde in einem Betrieb in der Gemeinde Emmelsbüll-Horsbüll im nördlichen Nordfriesland das Geflügelpest-Virus festgestellt. Am 16. November abends übermittelte das Friedrich-Loeffler-Institut dem Kreis das positive Testergebnis. Es handelt sich um das Virus H5N8. Von den über 1.000 Enten, Gänsen und Masthähnchen in der betroffenen Haltung waren 15 innerhalb kurzer Zeit gestorben. Noch am Vormittag des 17. Novembers wurden alle Tiere der Geflügelhaltung gemäß den Vorschriften der bundesweit gültigen Geflügelpest-Verordnung getötet und fachgerecht entsorgt.

Um ein Überspringen der Geflügelpest auf weitere Nutztierbestände zu verhindern, hat das Veterinäramt des Kreises einen Sperrbezirk und ein Beobachtungsgebiet eingerichtet.

Der Sperrbezirk umfasst die Gemeinden Rodenäs, Neukirchen, Klanxbüll, Humptrup, Holm, Braderup, Tinningstedt, Klixbüll, Risum-Lindholm, Niebüll, Bosbüll, Uphusum, Klanxbüll und Emmelsbüll-Horsbüll.

Das Beobachtungsgebiet umfasst die Gemeinden Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog, Aventoft, Ellhöft, Süderlügum, Westre, Ladelund, Achtrup, Karlum, Lexgaard,  Galmsbüll, Leck, Sprakebüll, Stadum, Enge-Sande, Bargum, Stedesand, Langenhorn und Dagebüll.

Eine entsprechende Allgemeinverfügung samt Landkarte wurde unter www.nordfriesland.de/amtsblatt veröffentlicht (Amtsblatt Nr. 53).

An den Hauptzufahrtswegen werden Schilder mit der Aufschrift »Geflügelpest-Beobachtungsgebiet« beziehungsweise »Geflügelpest-Sperrbezirk« angebracht.

In diesen Gebieten gelten umfangreiche Beschränkungen für Geflügelhaltungen. Aus Gründen der Tierseuchenbekämpfung ist die Jagd auf Federwild untersagt. Im Sperrbezirk dürfen auch gehaltene Säugetiere den jeweiligen Betrieb nicht verlassen.

Zudem sind strenge Biosicherheitsmaßnamen in Bezug auf die Hygiene im Stall und außerhalb zu beachten. »Die Geflügelpest kann sich außerordentlich schnell ausbreiten. Wenn wir das verhindern wollen, müssen Reinigung und Desinfektion jetzt ganz obenan stehen – vom Gummistiefel bis zum Traktor«, betont Kreisveterinär Dr. Dieter Schulze."

Das Veterinäramt warnt Bürgerinnen und Bürger: Tote Vögel bitte nicht anfassen!
Aus einer Mitteilung des Kreises Nordfriesland:
"Mehrere Bürger*innen riefen bereits die Notruf-Nummer der Polizei 110 an, um den Fund toter Wildvögel zu melden. „Die Polizei ist dafür der falsche Ansprechpartner“, erklärt Kreisveterinär Dr. Dieter Schulze. „Zuständig ist für Funde an den Landesschutzdeichen und im Vorland die Nationalparkverwaltung. Sie ist unter Tel. 04861 61686 erreichbar".

Wer im Binnenland einen Vogel findet, sollte sich an das Ordnungsamt der jeweiligen Stadt- oder Amtsverwaltung wenden.
Das Ordnungsamt des Amtes Südtondern (Frau Andrea Wegner) erreichen Sie unter den Kontaktdaten, die in der rechten Randspalte aufgeführt sind. Eine Rufbereitschaft ist auch zum Teil für das Wochenende eingerichtet. Sollten Sie telefonisch niemanden erreichen, schreiben Sie bitte eine Mail an andrea.wegner@amt-suedtondern.de .

Manche wohlmeinende Tierfreunde haben sterbende Vögel sogar zu einem Tierarzt gebracht. „Auch, wenn einem die Tiere noch so sehr leid tun – das ist der völlig falsche Weg. Denn auf diese Weise wird das Geflügelpestvirus noch schneller verbreitet. Nicht umsonst sammeln die Profis von den Ämtern die Tiere im Schutzanzug samt Maske und Brille ein“, warnt Dr. Schulze. Abgesehen davon könne auch ein Tierarzt die Krankheit nicht heilen.
„So schwer es ist: Das einzige, was man noch für die Vögel tun kann, ist, Respekt zu zeigen und sie in Ruhe sterben zu lassen. Wer ihnen zu nahe kommt, versetzt sie nur in Angst und macht ihr Schicksal noch schlimmer“, betont der Veterinär.

Für weitere Fragen von Bürgerinnen und Bürgern hat das Veterinäramt unter 04841 67-827 ein Bürgertelefon eingerichtet. Es ist montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags bis 13 Uhr erreichbar.