| Gemeinde Risum - Lindholm |
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Die ehemals selbständigen Gemeinden Risum und Lindholm schlossen sich am 31. Dezember 1969 zu einer Gemeinde zusammen, die von da an den Namen Risum-Lindholm erhielt. Bis zum Jahre 1969 gab es also noch zwei selbständige Gemeinden und zwar südwestlich der Bahnlinie Hamburg-Westerland die Gemeinde Risum mit dem Ortsteil Maasbüll sowie dem Maasbüller Herrenkoog und dem Risumer Kohldammer Koog und nordöstlich der Bahnlinie die Gemeinden Lindholm mit den Ortsteilen Klockries, Wegacker, Kremperhaus, Legerade, Broweg und dem Lindholmer Kohldammer Koog. |
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Wann die erste Besiedlung dieses Raumes erfolgt ist, lässt sich nicht mehr nachweisen, man ist hier auf Vermutungen und Schlussfolgerungen angewiesen. Man kann folglich mit konkretem Zahlenmaterial nicht aufwarten. Wenn aber zum Beispiel im Erdbuch von Waldemar II im Jahre 1231 von vier Salzbrennereien in Nordfriesland die Rede ist, wenn von der um die Jahrhundertwende erfolgten Christiainisierung gesprochen wird oder die beiden Kirchen von Risum und Lindholm, um 1240 erbaut, früher weiter südlich gestanden haben sollen, wo sie von der Nordsee zerschlagen wurden, so haben die Überlieferungen zwar keine handfeste Beweiskraft. Sie lassen jedoch den Schluss zu, dass mit der Besiedlung der früheren Geestinsel Risum-Moor (heute Kornkoog) schon viel frührer begonnen wurde, zumal im Jahre 1344 von der volkreichen und mächtigen Bökingharde berichtet wird. |
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Die Geestinsel Risum-Moor, ringartig umbaut von den Dörfern Risum (im Süden), Lindholm (im Osten und Nordosten), Niebüll (im Norden) und Deezbüll (im Nordwesten) bildete das Kernstück der Bökingharde. Diese Randbebauung ließ nur nach Westen zwischen Deezbüll-Eck und Maasbüll eine Baulücke von ca. 1 km Breite offen. |
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Die Häuser wurden auf vermeintlich flutsicherem Niveau erstellt, z.B. auf Deichresten (heute noch von Maasbüll bis Nordlindholm erkennbar), auf Warften oder auf natürlichen Bodenerhebungen der Geestinsel. Dieses Sicherheitsgefühl erwies sich aber spätestens bei der großen Sturmflut am 11. Oktober 1634 als tragischer Irrtum, als allein in Risum-Moor 402 Menschen ertranken. |
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Nach heutigen Maßstäben hielten sich die Lebensansprüche unserer Vorfahren über Jahrhunderte in einem sehr bescheidenen Rahmen. Die Sturmfluten drängten den Küstenbewohnern den Kampf ums Überleben auf. Erst nach der Verstärkung der Deiche des Kornkooges 1580 und 1643 und der Eindeichung des Maasbüller Herrenkooges konnten sich die Menschen in Risum-Moor einigermaßen sicher fühlen. | ||||
Einer großen Sorge enthoben, werden sich die Mooringer fortan mehr der Verbesserung ihrer Lebensqualitäten zugewendet haben. Eine sicher sehr lansame aber stetige Anhebung ihrer Ansprüche an das Leben wird die Folge gewesen sein. Erst Ausgang des 19. Jahrhunderts und am Anfang unseres Jahrhunderts begann sich diese Wandlung sichtbar auszuwirken. Der Bau von Straßen und Gemeinschaftseinrichtungen und die Gründung von Verbänden, Genossenschaften und Vereinen leiteten die Neuzeit ein. | ||||
Die Gemeinde Risum-Lindholm hat nach dem Stande vom 21.06.05 3.671 Einwohner. Sie ist die größte Landgemeinde im Kreis Nordfriesland. Durch ihre intensive Bautätigkeit und Schaffung von öffentlichen Einrichtungen wurde eine wesentliche Steigerung des Wohnwertes erreicht. Dadurch ist auch die Bevölkerung in den letzten Jahren konstant geblieben bzw. hat sich in einigen Zeitabschnitten leicht erhöht. | ||||
Die Gemeinde Risum-Lindholm wird ehrenamtlich verwaltet. Sie ist überwiegend landwirtschaftlich strukturiert. Die Gesamtgröße der Landfläche beträgt 3.580 ha. | ||||
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In der Gemeinde befinden sich drei Schulen, und zwar die Grundschule im Ortsteil Risum, die Grund- und Hauptschule im Ortsteil Lindholm und die dänisch-friesische Schule im Ortsteil Risum. | ||||
Durch den regen Sportverein wird intensiv Breitensport betrieben. Die Gemeinde verfügt über fünf Sportplätze, eine Sporthalle (Friesenhalle), vier Kegelbahnen, einem Luftgewehrschießstand mit 12 Ständen, ein Lehrschwimmbecken, zwei Reithallen mit diversen Reitplätzen, zehn Kinderspielplätzen und einem Bolzplatz. | ||||
Die Krankenversorgung in der Gemeinde ist durch einen Allgemeinarzt, zwei Zahnärzten und zwei DRK-Schwesternstationen gewährleistet. In der 5 km entfernten Stadt Niebüll befindet sich ein Kreiskrankenhaus mit 205 Betten. | ||||
Durch die allgemein zugenommene Industriealisierung in den Ballungszentren der Großstädte hat sich der Fremdenverkehr auf dem Lande ausgedehnt. Beliebt sind in Risum-Lindholm die Ferien auf dem Bauernhof. | ||||
| Einen breiten Raum nimmt die Heimatpflege in der Gemeinde ein. Die Gemeinde bemüht sich, insbesondere das friesische Kulturgut aus der Gegenwart in die Zukunft hinüberzuretten. Friesisch wird hier in der Mooringer Mundart gesprochen. In den drei Schulen wird friesischer Sprachunterricht erteilt. | ||||
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