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30.11.2017

Bericht zur 5. Asylkonferenz im Amt Südtondern

Freiwillige Leistungen des Amtes als Unterstützung zu gelungener Integration

Ehrenamt und Hauptamt – vertrauensvolle, kompetente Zusammenarbeit im Themenbereich Asyl - Kriminalstatistik als ein Thema -

Herr Amtsdirektor Wilke zeigte sich erfreut, zur bereits 5. Asylkonferenz im Amt Südtondern zahlreiche ehren- und hauptamtliche Akteure begrüßen zu können. Die Asylkonferenz im Amt Südtondern beschäftigt sich in unregelmäßigen Abständen mit den jeweils aktuellen und relevanten Aufgabenstellungen im Bereich Asyl, insbesondere den unterschiedlichen Stadien der Anerkennung und Integration von Geflüchteten mit ihren unterschiedlichen Lebensperspektiven, um effektiv und kompetent zu beraten und Lösungen zu erarbeiten.
Das Amt Südtondern setzt damit ein Zeichen, um mit allen relevanten und im Bereich aktiven Akteurinnen und Akteuren im Gespräch zu sein und situativ angemessen auf Fragestellungen, Wünsche und Probleme reagieren zu können. Amtsdirektor Wilke lobte dabei den Schulterschluss zur Bewältigung der vielschichtigen Themen aller im Bereich der Integration von Migrantinnen und Migranten aktiven Institutionen.

Dazu gehören neben den Sozialzentren und den Bürgermeistern der Stadt Niebüll und der Gemeinde Leck auch Vertreter der Arbeitsagentur, der Volkshochschulen Niebüll und Leck, des Diakonischen Werkes, der AWO, des Kreises Nordfriesland, der BAW, die Ehrenamtskoordinatorin des Amtes und weitere ehrenamtlich tätige Koordinatorinnen und Koordinatoren, die in der Region auch für runde Tische zuständig sind. Außerdem werden weitere Gäste je nach Themenschwerpunkt beteiligt.

So hat diesmal auch der Leiter der Polizeistation Niebüll mit seiner Zuständigkeit hier im Amt Südtondern auch für Leck teilgenommen, um im direkten Dialog objektiv Kriminalstatistiken zu beleuchten und genau hinzuschauen, wie sich in der Kriminalstatistik der Zustrom von Flüchtlingen im Amt Südtondern ausgewirkt hat bzw. niederschlägt. Herr Christiansen berichtete, dass unbeachtet von Dunkelziffern von keiner stark erhöhten Zahl der durch Flüchtlinge begangenen Delikte im Verhältnis zur allgemeinen Kriminalstatistik im Amtsbereich ausgegangen werden kann.


Es war für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Asylkonferenz wichtig, einmal in diese Verhältnismäßigkeit Einblick zu erlangen, so Amtsdirektor Wilke in seiner Bewertung der vorgetragenen Informationen, denn immer wieder erreichten auch ihn im Amt Südtondern subjektive Wahrnehmungen zu diesem Themenfeld, die ohne Kenntnis der genauen Daten und Fakten nur schwer zu entkräften seien.
Nichtsdestotrotz seien natürlich alle Straftaten einzeln zu bewerten und im Hinblick auf gelungene Integration müsse immer genau „hingeschaut“ werden. Dazu gehört auch, die Interessen und subjektiven Empfindungen in der Bevölkerung ernst zu nehmen, so der Amtsdirektor weiter. Kulturelle Unterschiede und das Selbstverständnis gegenüber unterschiedlichen Wertvorstellungen und Wertbegriffen oder im Hinblick auf Lebensmodelle und Traditionen sollten im Fokus bleiben.

Ein weiterer Schwerpunkt der 5. Asylkonferenz war der Austausch über den Stand der Integration und eine effektive Einflussnahme auf die integrative Lebensgestaltung der neuen Bevölkerungsgruppen. In diesem Kontext stand auch die Diskussion über die aktuelle Zahl der Asylanten im Amt Südtondern, die sich bei insgesamt 582 Geflüchteten bewegt. Diese Zahl ist allerdings nicht als starr zu bezeichnen, sondern es erfolgen immer wieder Änderungen in die eine oder andere Richtung. Der Zuzug im Jahr 2017 betrug bislang 60 Personen.
Problematisch bleibt in einzelnen Bereichen die Integration durch bestehende Kulturhindernisse. So sind – nicht immer in der Kriminalstatistik ablesbar- Fälle von häuslicher Gewalt, die auch durch kulturelle Unterschiede und durch unterschiedliches Selbstverständnis von Männern und Frauen hervorgerufen werden, zu beobachten.
Hier muss weiterhin Aufklärungsarbeit geleistet werden, um deutlich die gleiche Teilhabe von Männern und Frauen, die zum Selbstverständnis unserer Gesellschaft gehört, zu vermitteln. Entsprechende Kurse zur Kulturvermittlung stehen deshalb auch weiterhin auf der Tagesordnung, ebenso die noch intensivere Beteiligung von Frauen am gesellschaftlichen Leben und an Sprachkursen. Ein Angebot dazu ist im kleinen Rahmen das Internationale Frauencafé, das in Zusammenarbeit mit dem Diakonischen seine Aktivitäten im Hinblick auf Angebote für Frauen und auch Kinder noch intensivieren wird.

Die Schwerpunkte in der Betreuung von Geflüchteten, die in einer Vielzahl jetzt auch einen Bleibestatus erlangt haben oder im „Zustand“ der Duldung verbleiben, liegt in der integrativen Arbeit. Sprachkompetenzvermittlung und die Vermittlung unserer Kultur und Werte stehen für die Akteurinnen und Akteure der Asylkonferenz in der Gesamtbetrachtung daher an oberster Stelle. Amtsdirektor Otto Wilke und Fachbereichtsleiter Udo Schmäschke mit seinem Team begrüßen das große Engagement der Akteurinnen und Akteure, die immer einen Blick auf die aktuelle Situation, positive Entwicklungen und sich auch gelegentlich aufbauende Problemfelder haben und diese zeitnah aufgreifen und zielgerichtet bearbeiten werden.

Das Amt Südtondern wird sich weiterhin wachsam und engagiert dem Themenfeld „gelebte Integration" durch Kulturvermittlung in den folgenden Asylkonferenzen widmen und sich dort einbringen, wo es Schwierigkeiten gibt und Hilfestellungen notwendig sind.

Karl Jaspers:
"Demokratie ist tolerant gegen alle Möglichkeiten,
muss aber gegen Intoleranz selber intolerant werden können."